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Kamelie aus Blütenpaste

01 Aug

Kamelie aus Blütenpaste

Natürlich habe ich die Arbeitsschritte von dem Gesteck für diese Geburtstagstorte jeweils ausführlich fotografiert. Damit der Artikel nicht zu unübersichtlich ist, möchte ich die Anleitung in drei Teile aufteilen:


Fangen wir mit der großen Kamelienblüte an. Ich habe im Internet keine Anleitung gefunden, deswegen habe ich einfach mal drauf los gewerkelt. Orientiert habe ich mich dabei an der Herstellung einer Rose. Im Unterschied zur Rose sind die Blütenblätter einer Kamelie aber alle gleich groß. Die Blütenblätter sind je nach Sorte unterschiedlich zahlreich und unterschiedlich streng symmetrisch angeordnet. Wichtig ist jedoch, dass eine Halbkugel mit dem höchsten Punkt oben entsteht. Bei einer noch geschlossenen Rose öffnet sich die Blüte dagegen eher wie eine Schale. Am besten sucht man sich einige schöne Bilder als Vorlage.

Material

Eine Anleitung zur Herstellung und Verarbeitung von Blütenpaste findet ihr hier.

  • ca. 100g Blütenpaste (rosa)
  • ca. 5cm 18g Draht
  • passende Puderfarben (rot, weiß, perlmutt)
  • Zuckerkleber

Werkzeug

  • Rosenblatt-Ausstecher (z.B. JEM Flower Set One Nr. 28) Durchmesser ca. 3,5cm
  • Modellierwerkzeug, insbesondere das Ball-Tool, Zahnstocher
  • Schaumstoff-Pad
  • Löffel
  • Nagelfeile
  • Schwämmchen, Pinsel
  • Zange
  • ggf. Veiner (z.B. JEM Veiners Set One Hibiskus Petals)
  • Ausrollstab, Unterlage, Palmin, Folie, Küchenkrepp, Pappe, Schaschik-Spieß & tiefe Dose

Anleitung

Die Kamelie braucht mindestens 3x jeweils 1 Tag Trockenzeit! Die ungebrauchte Blütenpaste immer gut einpacken, damit sie nicht austrocknet. Am besten wird die Blütenpaste auf einer glatten, leicht gefetteten Unterlage ausgerollt.

Zunächst wird aus einer kleinen Menge Blütenpaste eine kleine Kugel und daraus ein Tropfen von ca. 2cm Länge geformt. Ein Stück Draht wird in Zuckerkleber getaucht und in die runde Seite des Tropfens gesteckt. Alles mindestens über Nacht trocknen lassen.

Tropfen auf Draht

Die Blütenblätter werden im Folgenden immer in der gleichen Größe ausgestochen. Sie sollten versetzt in Runden angeordnet werden. Während die inneren Blätter kraus-unregelmäßig sind, sind die äußeren perfekt rund und glatt.

Die Blütenpaste dünn ausrollen und die ersten Blütenblätter mit einem Rosen-Ausstecher ausstechen. Die Blütenblätter mit dem Ball-Tool auf einem Schaumstoffpad sanft ausdünnen und anschließend mit einem Zahnstocher o.ä. krausen.

sanft ausdünnen Rand krausen

Ein Blütenblatt um den Kegel wickeln und ein zweites anfügen. Dabei Zuckerkleber benutzen.

Kegel umwickeln Blütenmitte Blütenmitte von der Seite

Weitere zwei Blütenblätter entsprechend anfügen. Der Tropfen sollte komplett bedeckt sein. Die Blütenmitte sollte sich schön natürlich öffnen.

noch zwei so

Die weiteren Blütenblätter werden nicht mehr so stark gekraust. Außerdem werden sie in einem Löffel leicht rund vorgetrocknet. Die Blütenpaste sollte so fest sein, dass sie ihre Form behält aber noch nicht bricht. Auf diese Weise werden 2 Runden mit jeweils ca. 4 Blütenblätter angeklebt.

weitere Blütenblätter vortrockenen weitere Blütenblätter ankleben noch mehr

Für die nächste Runde werden die Blütenblätter nicht mehr gekraust. Stattdessen werden die Kanten mit einem Zahnstocher jeweils leicht nach außen gerollt. Auch diese Blütenblätter sollten in einem Löffel leicht vortrocknen. Für diese Runde werden 4-5 Blütenblätter benötigt.

Blütenblätter leicht einrollen ankleben

Die Blüten nun überkopf hängend 12-24h trocknen, da sie sonst zu klebrig und instabil zum weiter arbeiten ist. Dazu den Draht zu einer Schlaufe umbiegen und die Blüte z.B. an einen Schaschik-Spieß über einer Dose trocknen lassen.

trocknen lassen

Für die nächste Runde Blütenblätter werden diese (wenn vorhanden) mit einem Veiner strukturiert. Dazu das Blütenblatt zunächst sanft ausdünnen. Das Blütenblatt dann auf den Veiner legen und die Struktur mit einem Schwämmchen sanft eindrücken. Nicht zu stark strukturieren!

Blütenblätter strukturieren fertig

Das Blütenblatt dann auf der Löffelspitze trocken lassen. So erhält es in der Mitte eine runde Form, kann aber außen nach außen/unten umgebogen werden. Zudem sollte eine leichte Spitze geformt werden. Auf diese Weise die nächste Runde bestehend aus 4-6 Blütenblättern ankleben.

vorformen ankleben

Für eine weitere Runde 4-6 Blütenblätter ausstechen, ausdünnen und strukturieren. Diese wie oben beschrieben vortrocknen, allerdings keine Spitze formen. Die Blütenblätter versetzt zu den vorherigen Blütenblättern ankleben.

Die Blüte nun z.B. in eine Pappschale von Obst setzen, in die man vorher ein Loch für den Draht gebohrt hat. Küchenkrepp oder Servierten in kleine Fetzen reißen und damit die neu angeklebten Blütenblätter sanft stützen ohne irgendwas abzubrechen. Die Blüte mindestens 1 Tag trocknen lassen, am besten länger. Nach der Hälfte der Zeit die Blüte vorsichtig wenden und hängend trocknen lassen. Nach dem Trocknen können die Blütenblätter vorsichtig glatt gefeilt werden. So können auch kleine Risse kaschiert werden.

trocknen lassen

Die nächsten Blütenblätter werden wie oben beschrieben zunächst ausgedünnt, dann strukturiert und auf der Löffelspitze vorgetrocknet. Dabei sollte der Rand deutlich nach außen/unten umgebogen werden. Die Blütenblätter werden dann nur unten-seitlich mit Zuckerkleber bestrichen. Dann werden sie so angeklebt, dass die Mitte C-förmig offen bleibt. Dadurch wirken sie sehr natürlich. Die Blütenblätter immer ein winziges bisschen mehr nach unten biegen, so dass eine Halbkugel entsteht.

mit Zuckerkleber außen-unten bestreichen Mitte C-förmig offen

Auf diese Weise 2 Runden aus jeweils 6-10 Blütenblättern ankleben. Die Blüte dann mit Papier gestützt einen weiteren Tag trocknen lassen. Dadurch öffnet sie sich noch mehr. Soll sich die Blüte nicht so stark öffnen, lässt man sie hängend trocknen. Achtung: Auch wenn die Blüte jetzt perfekt aussieht und recht stabil wirkt, durch die Schwerkraft werden die Blütenblätter noch deutlich flach gedrückt! Deswegen sollte man sich die Trocknung hängend oder liegend gut überlegen und die Blüte zusätzlich mit Papier sanft stützen.

trocknen lassen

Zum Schluss werden noch weitere 10 Blütenblätter gefertigt. Diese werden so angeklebt, dass die Blüte schön rund und voll aussieht. Dabei muss man sich nicht streng an die Runden halten, sondern ggf. auch mal ein Blatt mehr oder weniger ankleben. Die Kamelie dann hängend oder liegend mit Papier gestützt mindestens einen Tag trocknen lassen, ggf. wenden.

In meinem Gesteck sieht man die Unterseite der Kamelie nicht. Durch die Verwendung eines relativ kleinen Ausstechers werden die Blütenblätter nicht bis zum Draht in der Mitte abschließen, so dass die Unterseite recht unordentlich ist. Glücklicherweise hat aber die Kamelie wie fast jede Blüte Kelchblätter, mit denen man das verstecken kann. Ich habe allerdings darauf verzichtet.

Die Blütenblätter sollten nun mit der Nagelfeile vorsichtig glatt gefeilt werden. Zum Schluss habe ich die Blüte ganz leicht mit Puderfarben abgepudert. Verwendet habe ich eine Mischung aus einem warmen Rotton, viel Weiß und Perlmutt für einen leichten Schimmer. Dabei habe ich die Mitte etwas intensiver gefärbt und die äußeren Blütenblätter fast pur gelassen. Die Puderfarbe dann über heißem Wasserdampf fixieren. Anschließend sollte die Blüte einige Stunden trocknen.

Puderfarben

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Ein Kommentar

Verfasst von - 1. August 2012 in Dekoration

 

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Eine Antwort zu “Kamelie aus Blütenpaste

  1. Persis

    1. August 2012 at 08:27

    Die Bluemchen sind Dir echt gelungen 🙂

     

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