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Buchrezension: Backen! Das Gelbe von GU

13 Jun

Bei Miss Blueberrymuffin ist inzwischen die Abstimmung für „Süß, lecker und ein bisschen zu bunt“ online. So viele verschiedene Einsendung, klasse! Von Kreationen mit Erbeeren, zu Regenbogen-Cupcakes, verschiedene Kuchen und Torten und noch viel viel mehr. Ich habe übrigens mit den Schokocupcakes mit Milchcreme (Nr. 24) teilgenommen. Vielleicht mag ja der eine oder andere für mich abstimmen? 🙂

Aber eigentlich wollte ich damit anfangen, einige meiner Backbücher vorzustellen. Natürlich finden sich auch in meinem Bücherregal diverse Koch- und Backbücher, einge besser, andere schlechter. Den Anfang macht ein echtes Nachschlagewerk, nämlich „Backen! Das Gelbe von GU“.

Einige Fakten

  • Preis: 12,95€
  • Seiten: 456
  • Rezepte: 888
  • 4. Auflage von 2005

Erwartungen

Ich möchte ein Nachschlagewerk mit allen wichtigen Rezepten rund um Kuchen, Torten und Gebäck. Die Rezepte sollten gelingsicher und erprobt sein, außerdem Stolperstellen und auch Variationsmöglichkeiten aufzeigen. An dieser Stelle soll es sich von Internet-Datenbanken mit zu vielen Rezepten zweifelhafter Qualität unterscheiden.

Ich wünsche mir, dass sowohl Klassiker (z.B. Käsekuchen und Schwarzwälder-Kirschtorte) als auch Modernes (z.B. Cupcakes und Muffins) aufgeführt sind. Optimalerweise sollte von den zahlreichen Rezepten für z.B. Käsekuchen das pfiffigste und schmackhafteste aufgeführt sein. Natürlich wünsche ich mir eine klare Gliederung, ein gutes Inhaltsverzeichnis und ein ausführliches Register.

Das Buch: Inhalt, Aufbau, Gliederung

Das Buch umfasst 888 Rezepte auf knapp 400 Seiten. Dazu kommen noch ca. 35 Seiten Tipps und Tricks sowie 20 Seiten Register.

Es gibt drei Inhaltsverzeichnisse: Die 88 Lieblingsrezepte im Umschlag, das eigentliche Inhaltsverzeichnis und eine Aufführung der Blitzrezepte am Ende des Buches. Ich persönlich nutze nur das normale Inhaltsverzeichnis, um eine bestimmte Kategorie an Kuchen zu finden.

Außerdem gibt es für die großen Kategorien ein Griffregister. Am Ende des Buches befindet sich ein alphabetisches Register, das zum einen die Rezepte und zum anderen die Hauptzutaten aufführt. Dadurch findet man auch ohne den richtigen Namen zu wissen schnell das richtige Rezept. Allerdings stimmen manchmal Register-Eintrag und Rezeptname nicht überein. Schlampig und ärgerlich.

Die Rezepte sind in Kuchen, Obstkuchen, Torten, Muffins und Teilchen, Plätzchen und Cookies, Brot und Brötchen, Pizza und Häppchen sowie Kaffee und Tee unterteilt. Jedes Kapitel ist im Wesentlichen in die verschiedenen Teigarten (z.B. Rührteig, Hefeteig und Blätterteig) unterteilt. In der Praxis hilft diese Unterteilung ein gewünschtes Rezept zu finden, solange man weiß, wie das Rezept im Prinzip aussehen soll. Nach „irgendwas Schokoladiges“ kann man so nicht suchen, dafür kann aber das Register heran gezogen werden. Leider sind weder im Inhaltsverzeichnis noch am Beginn eines Kapitels oder Unterkapitels die einzelnen Rezepte mit Namen aufgeführt.

Zu Beginn eines großen Kapitels steht eine kleine Einführung mit einigen allgemeinen Informationen zum Thema. Dazu gehört auch eine „Was ist…“ Kategorie, die bestimmte Begriffe und Besonderheiten erklärt. Außerdem finden sich auch einige Tipps zur Herstellung des Teiges und der GU-Kummerkasten. Leider sind diese Tipps für Anfänger nicht ausführlich genug und für Fortgeschrittenen nichts neues mehr. Außerdem leuchtet es mir nicht ein, welche Tipps in welchem Kapitel und welche in dem extra Kapitel Tipps und Tricks aufgeführt sind.

Danach folgen die Rezepte sortiert nach Teigart. Bilder finden sich im gesamten Buch nicht. Zu jedem Rezept sind Schlagwörter wie „schnell“, „für Gäste“, „preiswert“ oder „schmeckt Kindern“ aufgeführt. Zudem gibt es Angaben zur Kuchenform, Zubereitungszeit und Backzeit. Kalorienangaben fehlen leider. Für mich gehört das zu einem Backbuch dazu. Außerdem ist die Zuordnung der Schlagwörter nicht immer einleuchtend – wo ist bitte der Unterschied zwischen „schnell“ und „schnell gemacht“. Dennoch geben die Schlagwörter oft sinnvolle Hinweise. Zu einigen Rezepten gibt es außerdem Tipps mit Stolperfallen oder Variationsmöglichkeiten – leider viel zu selten. Die Rezepte werden einfach hintereinander in zwei Spalten aufgeschrieben, die Unterkapitelüberschriften fehlen leider. Dadurch passiert es beim Blättern oft, dass man von Rührteig ruckzuck zu Biskuit oder Strudel rutscht.

Die Rezepte: Auswahl und Probebacken

Es findet sich für jeden Geschmack etwas – Rotweinkuchen, Käsekuchen, Donauwelle, Zucchinikuchen, Erdbeerkuchen, Charlotte, Heidelbeer-Muffins, Windbeutel, Ciabatta…

Grundrezepte z.B. für Biskuit oder Rührteig sind am Ende des Buchs erwähnt. Zwar finden sich recht ausführliche Erläuterungen zur Herstellung des Teiges, aber die konkreten Mengenangaben sind nicht bei jeder Variante aufgeführt. Das ist für mich ein großer Nachteil des Buches, weil so eigenes Experimentieren erschwert wird. In einer Tabelle zur Umrechnung auf kleinere Mengen sind die Zutaten und nicht die Umrechnungsfaktoren angegeben. So hilft diese Tabelle nur bei wenigen Rezepten weiter. Allerdings finden sich u.a. Hinweise auf das Zubereiten von Sauerteig, auf die Herstellung von Croissants oder Brezeln und eine ausführliche Tabelle zu Backzeiten. Ergänzt wird das Kapitel durch Dekorationstipps und Hinweise zur Haltbarkeit des Gebäcks.

Geübte Bäcker finden sich in dem Buch auch ohne Bilder zurecht. Dennoch ist dieses Buch dadurch nicht zum Schmökern und Inspirieren lassen geeignet. Viele Rezepte erscheinen auf den ersten Blick zu ähnlich, erst ein genaues Studium von Zutaten und Beschreibung offenbart Unterschiede. Gerade ungeübte Bäcker aber auch Erfahrene entdecken durch Bilder neue Dekorationsmöglichkeiten oder Varianten.

Gebacken habe ich bisher u.a. den Hefezopf. Das Rezept ist lecker (und findet sich in Abwandlung auch auf diesem Blog), allerdings fehlen Hinweise für die Verarbeitung frischer Hefe. Hier ist das Rezept aus dem Buch Kochen! Das Gelbe von Gu besser. Auch die Heidelbeer-Muffins gefallen mir in diesem Buch nicht so gut. Lecker war der Heidelbeer-Quark-Kuchen, eine Käsekuchenvariante. Insgesamt empfinde ich die Beschreibung der Rezepte als eher unpräzise, was durch das Fehlen von Bildern noch verstärkt wird. Außerdem fehlt mir manchmal der letzte Schliff, oft erscheint ein Rezept langweilig und animiert nicht gerade zum Nachbacken. Auch hier fallen die fehlenden Bilder natürlich ins Gewicht.

Positiv ist hervorzuheben, dass sich in dem Buch sicherlich viele  „Familienrezepte“ sowie viele unbekannte Rezepte aufgeführt sind. 888 Rezepte sind aber schlicht zu viel, um einen Überblick zu behalten. Damit hebt es sich nicht von diversen bekannten Internetseiten ab. Leider fehlen moderne Trends wie Cupcakes und Cake Pops völlig.

Empfehlenswert?

Jein. Meine Erwartungen hat es nicht voll erfüllt. Letzlich schlage ich das Buch selten auf. Die Rezeptvielfalt erschlägt eher und inspiriert wenig. Die Tipps und Tricks sind unausgegoren, vieles ist bekannt, das meiste schwer zu finden und oft nur grob umrissen. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Buch zu viel möchte und es irgendwie nicht ganz geschafft hat. Die eierlegende Wollmilchsau ist es definitiv nicht. Sucht man eine solide umfangreiche Rezeptsammlung und kennt sich mit Backen einigermaßen gut aus, ist dieses Buch eine Überlegung wert. Immerhin ist dieses Backbuch unschlagbar umfangreich und günstig. Wer Inspiration für neue Rezepte oder einen ausführlichen Basiskurs zum Backen sucht, sollte eher nicht zu diesem Buch greifen.

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2 Kommentare

Verfasst von - 13. Juni 2012 in Zubehör

 

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2 Antworten zu “Buchrezension: Backen! Das Gelbe von GU

  1. Tina

    14. Juni 2012 at 10:10

    Die sehen sehr lecker aus!
    Wie komme ich denn an das Rezept *liebguck* :o)

     

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