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Anleitung: Topsy Turvy Cake

17 Mrz

Ich habe mich ja zum Geburtstag von meinem Freund an einen Topsy Turvy Cake gewagt. Eigentlich ist das auch die erste richtig wichtige große Fondant-Torte (sieht man mal von kleineren Übungstörtchen und Cake-Pops ab) und die erste dreistöckige Torte. Aber so schwer ist das gar nicht und vor allem, es soll ja schief sein 😉

Farblich habe ich mich für rot, grün und gelb entschieden. Dazu ein bisschen helles grau, damit es nicht arg bunt wird. Hier gibt’s die Rezepte für die Sachertorte und den Eierlikör-Kuchen, die ich als Tortenböden genommen habe. Gefüllt wurde die mittlere Torte mit dieser Himbeer-Sahne-Creme.

Jetzt also die Anleitung für den Topsy Turvy Cake. Weil man an den Fotos nicht so gut sieht, wie die Kuchen zugeschnitten werden müssen, habe ich Zeichnungen gemacht. Ich hoffe, so wird es deutlicher!

Vor der eigentlichen Anleitung zum Topsy Turvy Cake erstmal ein paar Worte zur Statik. Ich habe ja einen recht kleinen Topsy Turvy Cake gemacht, deswegen klappte das mit der Himbeer-Sahne-Torte in der Mitte. Bei größeren Kunstwerken würde ich aber festere Kuchen empfehlen. Möchte man einen sehr gleichmäßig-schiefen Kuchen, muss man sehr sorgfältig beim Zuschneiden vorgehen. Aber eigentlich wird die Torte umso lustiger, je schiefer sie ist.

Materialien:

  • Fondant in verschiedenen Farben (Rezept, Tipps und ne Abschätzung zur benötigten Menge des Fondants gibt’s hier)
  • untere Etage: ein relativ fester Kuchen, der ungefähr so hoch ist wie die Häfte des Durchmessers der Springform (bei meiner 20cm-Springform also ungefähr 10cm)
  • mittlere Etage: ein Kuchen, der einen mindestens 5cm geringeren Durchmesser wie der untere Kuchen hat. Auch dieser Kuchen sollte so hoch sein, wie die Hälfte des Durchmesseres der Springform. Möchte man den Kuchen noch mit Cremes füllen, muss das natürlich in die Teigmenge einbezogen werden.
  • obere Etage: ein kleiner Kuchen nach Wahl
  • Amerikanische Buttercreme

Am besten setzt man die Springformen probeweise übereinander, dann sieht man schon mal, wie die Torte ungefähr aussehen wird!

  • 1 großes Messer
  • Palette oder Spatel zum Verstreichen der Creme
  • ggf. Tortenring zum Füllen der Torte
  • Zwischenböden und Holzstäbe, um das Gewicht abzustützen. Zwischenböden kann man sich z.B. aus Pappe zuschneiden, die man dann mit Alufolie umwickelt.

Teil 1: ungefüllte Kuchen zuschneiden

Diese Methode eigent sich z.B. für diese Sachertorte oder Rührteigkuchen, die mit dünnen (!) Buttercreme-Schichten gefüllt werden.

Hier die Ausgangslage: ein hoher Kuchen, in meinem Fall leider nicht so optimal gleichmäßig gebacken.

   

Von dem Kuchen schneidet man jetzt einen Keil ab, z.B. so wie die gestrichelte Linie es zeigt. Es sollte nicht zu schräg geschnitten werden, damit die zweite Etage später noch sichtbar bleibt. Im Prinzip hängt das also von der Höhe der Etagen ab.

Der Keil wird dann umgedreht…

… und verkehrt rum wieder drauf gesetzt. Als Klebstoff kann man Buttercreme oder Marmelade nehmen. Ein bisschen drücken und ruckeln bis alles passt.

Wenn es noch Lücken gibt, können diese einfach mit Kuchenbröseln oder Marmelade/Buttercreme gefüllt werden, Das geht natürlich nur im begrenzten Umfang, aber es geht. Dann sollte der Kuchen schonmal schön schräg sein, ungefähr so:

  

Wer möchte, kann die senkrechten Kanten des Kuchens auch noch abschrägen. Bei meiner kleinen Torte hätte das aber nicht viel gebracht. Aber so könnte das dann aussehen:

Damit die zweite Etage sicher auf der ersten steht, wird nun ein Aussparung in die erste Etage geschnitten. Dadurch erhält die zweite Etage einen waagerechten Boden, auf dem sie ohne zu verrutschen stehen kann.

Dafür legt man den Boden der Springform der zweiten Etage auf die erste auf. Dann schneidet man die Kontur aus, wobei man an der hohen Kante tiefer schneidet als an der niedrigen Kante. Schneidet man dann noch waagerecht, entsteht ein Keil. Diesen löst man heraus und prüft, ob der kleine Springformboden gut auf den großen Kuchen passt. Eventuell muss man eben noch ein bisschen nachschneiden. So sieht das ganze aus:

    

Weil mein Kuchen eine Sachertorte ist, habe ich das ganze noch mit Schokoguss überzogen. Dann ist die erste Etage fertig:

  

Möchte man nur solche festen Kuchen verwenden, bereitet man den zweiten kleineren Kuchen genauso vor.

Teil 2: gefüllte Kuchen in Form bringen

Diese Methode eignet sich nur für die mittlere Etage kleiner Torten, weil der Kuchen nur schräg wird und kein Aussparung für die folgende Etage erhält. Dafür ist es aber möglich, dickere Schichten Sahne/Frucht-Cremes im Topsy Turvy Cake unterzubringen.

Im Prinzip wird die Torte schief gefüllt, d.h. auf der einen Seite erhält sie mehr Böden und Creme wie auf der anderen Seite.

Benötigt werden drei Tortenböden. Zunächst den unteren Tortenboden auf den Zwischenboden legen. Wenn vorhanden, einen Tortenring um den Boden schließen

  

Dann die erste Schicht Creme auftragen.

  

Der zweite Boden wird schräg halbiert, so dass zwei Keile entstehen.

           

Der eine Keil wird dann auf die Creme gelegt:

   

Dann wird der Keil mit Creme bedeckt. Die Torte ist nun schon ein bisschen schräg:

  

Vom zweiten Keil wird waagerecht eine dünne Scheibe abgeschnitten. Zerbricht dabei etwas, ist das nicht schlimm. Dann werden die beiden Teile so auf der Creme angeordnet, dass die Torte schön schräg wird:

    

Wieder kommt eine Schicht Creme auf den Boden:

.  

Der dritte (noch heile) Boden wird dann aufgelegt. Mit etwas Creme werden die Seitenkanten verstrichen und fertig ist die mittlere Etage:

  

Die Torte sollte dann mit einem Holzspieß vorm Verrutschen bewahrt werden:

… und noch etwa 1-2h durchkühlen, damit sie schön stabil ist.

Teil 3: Mit Fondant überziehen

Alle drei Kuchen müssen nun mit Amerikanischer Buttercreme oder Ganache bestrichen werden. Das behebt kleinere Unebenheiten, dient als Kleber für den Fondant und dichtet ihn gegen die Füllung ab. Mit einem Spatel oder einer Palette die Creme möglichst glatt und dünn auftragen:

Dann sehen die drei Kuchen so aus:

    

Dann können die Kuchen mit Fondant überzogen werden und nach Lust und Laune dekoriert werden!

Bei mir erhielt die untere Etage Streifen, die ich um Fondant zu sparen nicht ganz bis in die Mitte gezogen habe. Deckt man die Torte mit einem großen Stück Fondant ein, ist natürlich auch die Mitte bedeckt. Die mittlere Etage habe ich mit rotem Fondant überzogen, den ich mit Royal-Icing-Ornamenten verziert habe. Das sollte man aber lieber nach dem Stapeln machen, damit man die Ornamente dabei nicht kaputt macht. Naja, das weiß ich dann für’s nächste Mal 😉 Den kleinen Kuchen habe ich mit gelben Fondant bezogen und mit bunten Kreisen verziert.

    

Teil 3: Zusammensetzen

Jetzt werden die einzelnen Etagen aufeinander gesetzt. Damit die untere Torte nicht durch das Gewicht der oberen Torten erdrückt wird, werden 4-5 passend zugeschnittene Holzstäbchen in die untere Torte gesteckt:

Hier nochmal die drei Kuchen:

… und aufeinandergestapelt:

  

Als Kleber zwischen den Etagen einfach einen Klecks Buttercreme verwenden. Damit die Kanten schön aussehen, entweder Kugeln, Kordeln o.ä. aus Fondant formen, Buttercreme spritzen oder Royal Icing spritzen. Durch die oberen beiden Etagen habe ich noch ein Holzspieß gesteckt, damit die Torte nicht verrutscht. Das Loch vom Holzspieß habe ich dann unter der Kerze versteckt. Dummerweise habe ich für die Kerze keine Aussparung gemacht, so dass mein Freund sie gleich wieder auspusten musste – es soll ja schließlich kein Wachs auf die schöne Torte tropfen!

Bei größeren Torten wird die oberste Etage nicht einfach so halten. Dann muss auch in die mittlere Etage eine Aussparung geschnitten werden!

 
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Verfasst von - 17. März 2012 in Torten

 

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